Gleich zu Beginn des Schuljahres besuchte der Kunstzweig der Klasse 8d das Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg. In der besonderen Atmosphäre des über 500 Jahre alten Fachwerkhauses, in dem Dürer von 1509 bis zu seinem Tod 1528 lebte und arbeitete, konnten die Schülerinnen und Schüler in die Welt des bedeutendsten deutschen Renaissancekünstlers eintauchen. Das Museum zeigt nicht nur seine Wohnräume und Werkstätten, sondern vermittelt auch anschaulich, wie Kunstschaffen im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit aussah.
Besonders spannend war die Sonderausstellung „500 Jahre Dürer und Geometrie“, die sich mit Dürers Interesse an Mathematik, Proportion und Perspektive beschäftigte. Das Wissen, wie man Gegenstände, Gebäude und Räume richtig abbildet, brachte Dürer von seinen Italienreisen mit. Auch nach seiner Rückkehr forschte er viele Jahre lang an den idealen Proportionen des menschlichen Körpers und an neuen Methoden der perspektivischen Darstellung.
Berühmt sind seine Zeichnungen und Holzschnitte von drei unterschiedlichen Zeichenapparaten, die Künstlern helfen sollten, die Welt naturgetreu abzubilden. Einige dieser Apparate konnten die Schülerinnen und Schüler selbst ausprobieren – etwa den Glastafelapparat, was auch auf den Fotos gut zu erkennen ist.
Im Anschluss bauten die Schülerinnen und Schüler geometrische Körper nach, wie sie in Dürers erstem Geometrie-Lehrbuch, der Underweysung der Messung (1525), beschrieben sind. Schon damals entwickelte Dürer darin Bastelbögen für geometrische Figuren – ein überraschend moderner Zugang zur Verbindung von Kunst, Mathematik und praktischem Lernen.
Die Beschäftigung mit Fluchtpunktperspektive und den Erfindungen der Renaissance bildet einen wichtigen Bestandteil des Lehrplans der 8. Jahrgangsstufe, sodass der Besuch eine anschauliche und praxisnahe Ergänzung zum Unterricht darstellte.
Nora Lösel

