– ein Bericht und meine Gedanken dazu
Am Mittwoch, dem 29.10.2025, ließen wir Zehntklässler uns die Geschichte von vor etwa 80 Jahren näherbringen. Wir fuhren nach Flossenbürg zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers und hatten dort eine dreistündige Führung. Es gab Einblicke in die Arbeit im Steinbruch, die kalten Winter ohne warme Kleidung sowie in die Demütigung, sich ohne Widerstand misshandeln und schlagen zu lassen. Wir sahen verschiedene Dinge, etwa grauenhafte Bilder von Toten oder Zeichnungen aus den Erinnerungen der Häftlinge. Uns wurde erläutert, wie die Menschen gefühlt und unter den Bedingungen dort gehandelt hatten und was ihnen am wichtigsten gewesen war.
Unser Rundgangsleiter meinte:
„Stellt euch vor, ihr werdet gefangen genommen, eure ganze Familie. Wenn ihr Pech habt, kommt ihr in unterschiedliche Lager. Ihr kommt durch ein Tor und wisst sofort: Hier werde ich sterben. Euer Lebenswille, eure Hoffnung, euer Name und eure Identität werden euch genommen. Ihr müsst schwer arbeiten, Steine schleppen, ohne Schutz, ohne richtige Ausstattung, ihr könntet jede Sekunde draufgehen. Verletzt ihr euch, seid ihr nichts weiter als kaputte Werkzeuge. Töten wird man euch! Ihr schlaft in Baracken, mit mehreren hundert Menschen, manche sind schon tot und ihr schmeißt sie wie nichts auf den Boden. Ihr nehmt ihre Schuhe und Schüsseln an euch, denn die zwei Gegenstände geben euch ein paar Tage länger zu leben. Was, wenn ihr das überlebt, ihr befreit werdet? Doch ihr wisst: Meine Familie ist tot. Ich bin allein. Ihr seid allein und habt niemanden mehr, auch keinen Zufluchtsort.“
Die Führung war zu Ende. Es war still. Jetzt musste erst einmal alles einsickern.
Unser Rundgangsleiter sagte am Schluss noch etwas Wichtiges, etwas, das ich nicht vergessen werde:
„Auch wenn es 80 Jahre her ist, es ist immer möglich, dass es Politiker, dass es Parteien gibt, die die Demokratie beenden wollen, eine Diktatur einführen wollen. Es gibt nicht mehr viele Überlebende, darum ist es umso wichtiger, ihnen unser Gehör zu schenken, ihre Geschichten weiterzuerzählen, alles gut in Erinnerung zu behalten was sie uns sagen. Denn sie sind nicht mehr lange da, deshalb liegt es an uns: Wir müssen dafür einstehen, dafür kämpfen, damit so etwas nie wieder passiert. Erhebt eure Stimmen!“
Sam Schwarz (10c)